Kriegsfüsse

Mit gewissen Sachen steht man auf dem sprichwörtlichen Kriegsfuß. Ich habe es in der Hinsicht mit Ärzten, Menschen und dem Alter. Doch wenn alle drei Dinge zusammenprallen, ist es eine enorme Herausforderung, Ruhe und Contenance zu bewahren.

Es beginnt wohl so langsam das Alter bei mir, in dem ich mich mehr mit Ärzten als mit anderen weltlichen Dingen beschäftigen muß. Wenn die Knochen nicht mehr so wollen wie ich – der Geist war willig doch das Fleische schwach. Und das absolute Horrorszenario lautet ab sofort: Morgens halb zehn in Deutschland und beim Orthopäden. Die Schmerzen bleiben auch danach und die innere Stärke, ruhig zu bleiben und nicht auszurasten ist aufgebraucht. Wie dünn kann ein Geduldsfaden sein? Die Stärke meines lag zumindest schon im atomaren Bereich. Es hätte nur noch das letzte Atom gefehlt, dass aus der Kette bricht, der Funkte atomarer Natur…

Wie auch immer. Urlaub und danach Urlaub. Langsam muss ich ja auch mal die Fehltage meiner Kollegen aufholen. Als Einziger ohne Krankenschein im Jahr aufzutauchen, das wäre nun wirklich arg übertrieben. Auch Fleiß hat seine Grenzen, körperlich und auch seelisch. Es ist ja nicht das Problem, für die lieben Kollegen einzuspringen – aber tagtäglich wird es dann doch zuviel des Guten.

Mit dem Kriegsfuß ist das nun so eine eigene Sache. Ich stehe im Krieg mit meinem Fuß. Der will einfach nicht so, wie ich es will. Sah der Arzt zwar nicht ganz so, aber schließlich muss der es ja besser wissen. Nur, was weiß schon ein Arzt, wie es mir geht? Genug. Man kommt sich langsam vor wie die eigene Familie, deren ältere Mitglieder den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als sich gegenseitig ihre Wehwechen zu klagen. Für mich heißt es jetzt, dass ich meinen zusätzlichen Urlaub zu genießen gedenke. Mahlzeit.

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