Unbehaglich behaglich

Es gibt Dinge, die bereiten Unbehagen. Und es gibt die Dinge, die bewirken das Gegenteil. Doch was passiert, wenn beides auf einander prallt? Wie soll man sich da nur fühlen? Unbehaglich behaglich oder behaglich unbehaglich? Verdammtes Menschsein. Es muss immer kompliziert sein.

Zu den unbehaglichen Dingen gehört ebenso das Sitzen mit dem Rücken zum Raum, zur Tür oder zu einem Aufgang wie auch das Summen elektrischer Geräte. Behaglich wird es dann wieder, wenn bestimmte körperliche Stellen sanft stimuliert werden. Ein sensibler Mensch wie meine Wenigkeit wird da behaglich unbehaglich zumute, oder eben auch andersrum.

Wenn dann noch vor der Nase drei Flaschen stehen, die Bierflaschen äußerst ähnlich scheinen, aber dennoch nur Shampoo enthalten – richtig, ich war beim Frisör, es ist schließlich kurz vor Weihnachten, oder was dachtet ihr denn? – dann ist nicht nur das behagliche Unbehagen verwirrend, sondern eben auch diese Flaschen, die winken und rufen: „Trink uns aus“, wobei doch das Etikett davon abhält. Aber eigentlich ist das ja auch schnurz, was auf die Birne gekippt werden kann, kann auch rein gekippt werden, oder?

Aber nein, mit dem Rücken zum Raum sitzen geht gar nicht, auch wenn der Spiegel das Gegenteil vorgauckeln will. Ich will nicht vergauckelt werden, dazu reicht schon der andere Sack, der sich Bundesdingens nennt. Dann geht der Gedanke ganz schnell in Richtung Comics, genauer zu Gundel Gaukeley. Jetzt sagt bloß, ihr wisst nicht, wer das ist. Stichwort Dagoert, Dagobert Duck. Reicht? Sehr gut. Aber die Ablenkung funktioniert nicht. Ich bin immer noch maximal verwirrt. Kann man mich bitte woanders hinsetzen? Geht nicht? Warum nicht? Klar, weil Baum. Bzw, weil jede scherenklappernde Frauke dort ihren eigenen Platz hat:

Stuhl 21, Bedienung bitte. Ja, was darf es denn sein? Bitte einmal das rechte Haar um das linke Ohr wickeln, wieder zurück nach rechts legen, mit dem linken Haar genau andersrum. Wollen sie mich verarschen? Nö. Tun Sie aber. Ok.

Solche Wortgefechte spielen sich aber nur in den eigenen Synapsen ab, nicht in der Realität. Man möchte ja schließlich sein volles, ähm, hust, Haar behalten. Ohne Einschnitte, die der Spiegel nicht zeigt. Ohne Unbehagen. Ohne zusätzliches Unbehagen. Und die drei Flaschen vor dem Rüssel rufen immer noch, trink mich. Verdammt. Schnell nach Hause und ein echtes Bier in den Hals kippen. Nachtn!

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