Deine scheiss Armut kotzt mich an!

Klar. Und mich erst. Wobei ich dann doch überlegen müsste, ob ich wirklich arm bin. Nicht wirklich. Nach meiner Philosophie ist alles, was über täglich Brot, Dach überm Kopf und anständige (schwarze) Klamotten hinausgeht, sowieso Luxus.

Man lernt den Wert des Geldes sowieso erst zu schätzen, wenn man weniger davon hat. Summen, auf ein Papierchen geschrieben oder nun imaginäre Zahlen, online einsehbar. Nicht wirklich was handfestes in der Hand, aber immerhin, man hat irgendwas. Nichtsdestotrotz. Wer mehr hat, schätzt die Werte schließlich ganz anders ein. Wer weniger hat, sieht es genau andersrum. Die eigene Arbeit, umgerechnet auf ein Brot. Ok, auf den alltäglichen Einkauf. Nutte, du frisst heute eine Stunde Arbeitszeit weg.

Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft. Nicht jeder ist so genügsam wie ich, der ich mir einen Kürbiseintopf für das ganze Wochenende koche. Einkaufswert für 4 volle Mahlzeiten: Nicht einmal zehn Teuronen – nach Discounter gerechnet. Man kann schon, wenn die Ansprüche etwas zurückgeschraubt werden, mit wenig auskommen. Dafür fließt die Knete in anderen Bereichen des Lebens schon etwas stärker.

Es könnte tatsächlich etwas mehr sein. Wenn wenigstens die tatsächlich erbrachte Leistung anständig entlohnt würde. Aber, aber. Wenn jeder bekommen würde, was er wirklich verdient, dann sähe das schon wirklich ganz anders aus, bei uns in Deutschland und wir kleinen Leute hätten keinen Grund mehr zu meckern. Aber immerhin ist es doch so, dass Industrie und Handel nicht dazu da sind, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, sondern welche zu schaffen. Schließlich wird nicht mehr für die Ewigkeit gebaut, sondern für die Nachfrage.

Es ist wie es ist – immer ein Kreuz mit dem lieben Geld. Und wenn dann solche Sprüche kommen wie diese: „Deine scheiss Armut kotzt mich an!“ – dann macht man sich nicht in etwa Gedanken, sondern belächelt müde jenen, der diese Worte gesprochen.

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2 Kommentare zu Deine scheiss Armut kotzt mich an!

  1. Daemonenherz sagt:

    Du hast es ja selbst geschrieben: es gibt keine absolute Gerechtigkeit. Bei der Entlohnung geleisteter Arbeit schon gar nicht 🙂

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