Gerechtigkeit?

„Diese Welt bietet überhaupt keine Möglichkeit, so etwas wie Gerechtigkeit herzustellen.“ (Marcel Krass). Ein interessantes Zitat, von der persönlichen Seite betrachtet und von der Sicht gegenüber zu anderen Menschen. Menschen untereinander, Tiere untereinander, Pflanzen untereinander. Gerechtigkeit gibt es nirgends, nur das Recht des Stärkeren. Nicht nur der Stärke als Kraft gedacht, sondern auch die Stärke, die von der geistigen Kraft ausgeht.

Ist es gerecht, wenn Moos eine Fläche überwuchert und damit andere Pflanzen daran hindert, dort zu wachsen? Ist es gerecht, wenn Unkraut Nutzpflanzen vertreibt? Ist es gerecht, wenn die Katze die Maus frisst oder der Mensch ein Steak von der Kuh? Ist es gerecht, wenn nach dem Tod die Reste von Maden weiter verarbeitet werden? Wie definiert man Gerechtigkeit? Ganz einfach – nur aus dem persönlichen Standpunkt heraus, aus der eigenen Sichtweise. Was mir gerecht erscheint aus meiner persönlichen Überzeugung, ist für andere die zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.

Wenn ich das ganze Spiel mit Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit global betrachte, so wird es noch überschaulicher. Ist es Gerechtigkeit, wenn die USA oder meinetwegen Russland in Syrien interveniert, wenn nur ein Mensch dort um Hilfe gegen Rebellen oder Assad gerufen hat? Wird es gerechter, wenn Hunderte nach Hilfe rufen, nur damit hundert andere sterben deswegen?

Das Leben ist nun mal ein einziger Kampf und das Recht ist immer auf der Seite desjenigen, der um das Überleben kämpft. Es gibt keine allumfassende Gerechtigkeit, auch wenn wir diese gerne hätten. Es ist alles, wie immer, nur eine Glaubensfrage. Ein Spiel aus Licht und Dunkelheit, schwarz und weiß, gut und böse. Wir denken und glauben zu wissen, was gerecht ist und üben dabei eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit anderen gegenüber aus. Nein, es gibt keine Gerechtigkeit, nur das Recht des Einzelnen. Der Rest ist nur Glaube. Die eigene Sichtweise …

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