Ein Land verneigt sich

Ein Land verneigt sich – so titeln Schlagzeilen über einen ehemaligen und mausetoten Außenminister. Leute, der Kerl ist tot, wird es hoffentlich bleiben und bekommt das nicht mehr mit – weil tot. Warum verneigen?

Sind politische Leistungen in der Vergangenheit ein Grund, sich vor einer Person zu verneigen? Wohl kaum. Und wenn, dann müsste man sich vor jeder arbeitenden Person verneigen, weil eben auch jede arbeitende Person das gesellschaftliche Leben in einem Land mitgestaltet. Der Typ da, der aufgebahrt im Reichstag gammelt, vollgepumpt mit Formaldehyd, der hatte einfach nur das zweifelhafte Glück, im Licht der Öffentlichkeit zu stehen und alle haben ihm große Leistungen angedichtet.

Davon einmal abgesehen, ob es wirklich seine Leistungen waren – die Politik bestimmen immerhin nicht die Politiker, schon gar nicht einzelne dergleichen – jede verdammte Mensch auf dieser Welt vollbringt etwas, was die Geschichte verändert. Aber das ist uns Menschen ja egal, weil immer irgend jemand angehimmelt werden muss.

Und so weiter und so fort. Mir reicht es schon, wenn sich ein Hund freut, mich zu sehen und mit mir spielen zu dürfen. Es sind doch die kleinen Dinge im Leben, die das Leben so lebenswert machen. Zum Beispiel Eier von glücklichen Hühnern. Hahh! Hat jemand die Hühner gefragt, auf hühnerisch, ob sie wirklich so glücklich sind, wenn ihnen Tag für Tag die ungeschlüpften Babys genommen werden und sie immer wieder versuchen, Nachwuchs zu zeugen, der dann doch nur verspeist wird. Alles im Leben ist doch nur irgendwie Ansichtssache. Was das Glück für den Einen, ist das Pech des Anderen. Es muss immer zwei Seiten geben … Wer verneigt sich vor den Hühnern als Dank für die tägliche Ernährung? Kein Land. Kein Mensch. Niemand.

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