Montag Morgääähn

Es ist schon eine Herausforderung, nach Jahren der Frühschicht auf einmal eine Spätschicht zu machen, am Montag. Nach fünf erfolgreichen Runden sich durch das Bett drehens und verzweifelten erfolglosen Versuches, doch noch eine Mütze voll Schlaf zu nehmen, mindestens eine Prise, bleibt nur noch eine Erkenntnis: Der Geist war willig und müde, doch das Fleisch war wach.

Bleibt also nur, sich damit abzufinden und einen schönen langen Tag daraus zu machen, um abends ins Koma zu versinken. Verdammt noch eines, verdammte Gewohnheiten. Dabei war es doch früher so einfach. Gut, ein Wochenende lang zu durch zu faulen war nicht unbedingt hilfreich, aber die Ausrede mit den Viren einfach zu verlockend.

Die Amseln flöten fröhlich ins Zimmer hinein – und ich brülle laut zurück. Zumindest wollte ich das – Stimme weg. Heißt dann wohl, die nächste Zeit die Fresse halten. Aber da ich eh nie viel rede dürfte es sowieso kaum auffallen. Aber versucht mal einzukaufen und der Trulla hinter dem Tresen flüsternd zu erklären, was ihr wollt. Klingt spaßig, ist es auch. Ich könnte ja jetzt einige Scherz-Anrufe tätigen und mit Flüsterstimme sonst etwas erklären. Ist mir aber zu anstrengend, schließlich hab ich noch ein paar Stunden Freizeit, die ich wach verbringen muss.

Dafür war und ist es eine prima Ausrede mit extrem hohen Wahrheitsgehalt, Anrufe schnellstmöglich abwimmeln zu können. Schnell noch ein paar Kaffee und Zigaretten, damit das auch möglichst lange so bleibt. Aber so wie der menschliche Körper geschaffen ist mit dem hohen Potenzial der Selbstheilung wird wohl der Versuch zumindest längerfristig wieder erfolglos bleiben.

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