Ich töte Deinen Sohn!

Man stelle sich vor, man macht gemütlich oder auch mit einem „un-“ davor Feierabend und bekommt vom Kollegen offenbart, dass er jenen Sohn umbringen will. Manch einer mag sich wohl insgeheim freuen, wenn das nervende Balg tatsächlich entsorgt werden sollte, aber Otto Einfach und Eva Normalo, die sind da schon etwas spießiger.

Nein, meine Kollegin ist bei diesen Worten nicht ausgerastet. sie ahnte schon, in welchem Zusammenhang ihr Sohn dran glauben werden darf, einverstanden war sie trotzdem nicht. Ist mir im Grunde aber auch egal. Versprochen ist versprochen und so nutze ich die wenige Freizeit, um ihren Sohn zu einem Volltoten zu befördern. Natürlich nur literarisch gesehen. Von mir aus kann das Balg im reellen Leben weiterleben, natürlich auf größtmöglichem Abstand zu mir. Aber so eine Ankündigung in einer normal vollen U-Bahn, das hat schon was. Bekommt nicht jeder jeden Tag zu hören. Dementsprechend waren auch die entsprechenden Blicke. Und die waren unbezahlbar. Fehlte um das Handgelenk nur noch an der nächsten Station, die auch eine Polizeistation beinhaltet, der nette Schmuck in Form einer Acht.

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Ich finde, auch Kinder haben das Recht, vollkommen wahr genommen zu werden und in Geschichten sterben zu dürfen. Schließlich beharren sie ja auch sonst auf ihrem Recht, wie Erwachsene behandelt zu werden. Also Kinder, stellt euch nicht so an und sterbt würdevoll und ohne großes Gejammer. Es wird mir ein großes Vergnügen sein.

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