Hic et nunc

Der Morgen graut, mir graut es vor dem Tag. Warum eigentlich? Es ist Wochenende. Das letzte ruhige vor dem Sturm der Zeiten. Die Arbeit ruft, Hausarbeit und Zweitberuf und ich? Ich höre weg, übertöne alles mit apokalyptischer Musik. So – und nur so geht das.

Hic et nunc – im hier und jetzt. Hier steht der Kaffee und jetzt qualmt die Zigarette. So lässt es sich leben. Es ist Wochenende, vor dem Tag. Jetzt ist der Kaffee alle und hier liegt der Stummel. So schnell kann es gehen, im Hier und Jetzt. Jetzt läuft der Kaffee und hier auch nun die Nutte herum. Hic et nunc – eine unendliche Geschichte, die irgendwann beginnt zu langweilen.

Nur die Frage, die jeden Morgen quält, ob man nun im Hier und Jetzt leben sollte oder doch mit einem blick in der Zukunft und einem kurzen Blick zurück, die lässt sich vor dem dritten Kaffee sowieso nicht beantworten. Der dritte Kaffee, die dritte Flasche, der dritte Ohrwurm, das Spiel nach drei Runden. Verdammt, ich bin ja schon wach! Die Frage ist nun auch geklärt, was mit diesem Tag anzustellen sei – nach einem Blick auf die ewig lange Liste, was noch zu tun ist. Bloß gut fernab jeder Menschen, ein Wochenende für mich allein. Dieser Luxus wird mir nicht mehr lange vergönnt sein.

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Die Menschen sterben weg wie die Fliegen. Die prominenten Menschen natürlich. Die trauen sich was. Erst gehen sie uns zu Lebzeiten auf den Senkel und nach dem Tode, zumindest für ein paar Tage, noch viel mehr. Hier ein Schauspieler, jetzt noch ein Politiker … es nimmt einfach kein ende. Kein Wunder, wir haben ja auch mehr als genug davon. Wird Zeit, dass da ein wenig aussortiert wird, damit noch ein paar Z-D – Promis nachrücken können in die ersten Ligen.

Warum sollten wir also trauern? Schließlich haben wir ja mehr als genug davon. Und das Schöne daran ist, in zehn, zwanzig Jahren kräht kein Hahn mehr nach denen. In ein paar hundert Jahren sind sie vollkommen vergessen und nicht einmal ein Wort in den Analen der Menschheitsgeschichte wert sein. Wozu also das ganze Gewese? Freuen wir uns, dass die Menschheit erlöst ist von denjenigen, die wir erdulden mussten und dass diejenigen erlöst wurden, die uns erdulden wollten. Der Tod gehört verdammt noch mal genauso zum Leben wie die Geburt. Und Berühmtheit schützt auch vor dem Tode nicht. Also tschüß, ihr A, B und C-Promis, auf Nimmerwiedersehen, bis irgendwann in der Ewigkeit, in der Seelensuppe. Mahlzeit.

Der Tod zahlt alle Schulden.
Sprichwort

Tautologie: Der Tod ist der Tod ist der Tod.

 

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