Ars vivendi

Es blubbert wieder in Hinter-Waldhausen. Also bei mir. Die Hefe hat ihre Arbeit aufgenommen – irgendjemand muss in diesem Loch ja was tun und wenn es die Hefe ist – und verquaksalbert den billigen Honig zu noch billigerem Met. Sie hat schon bissel gebraucht um in Fahrt zu kommen, aber das kenne ich ja auch von mir. Wie der Herr, so die Hefe.

Ars vivendi –  Lebenskunst, die Kunst zu leben. Nennt man das etwa Leben? Man sagt zu mir, ich wäre nicht gesellschaftsfähig. Dann werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin überaus erleichtert. Genug der Klopferei, der Sprüche-Klopferei.

Die Kunst zu leben besteht ja darin, von den Dingen Abstand zu nehmen, die nicht gut tun. Leider gilt das nicht für alles, zum Beispiel den täglichen Sklavendienst. Obwohl? Es wäre immerhin möglich, alles zu veräußern, den Rucksack in die Hand zu nehmen und abzuhauen. Theoretisch. Doch da ist die eigene Faulheit stärker als der Wunsch des Möglichen.

Wobei es ja ein Mensch geschafft hat, den ich flüchtig kenne. Ein Jahr ins Ausland, ohne große finanzielle Mittel. Rucksack auf den Buckel und tschüß. Er lebt immer noch und meldet sich regelmäßig. Und hat damit meinen Respekt. Aber selbst? Mangels Fremdsprachenkenntnisse und den Willen, diese zu erwerben steht schon mal eine nicht unwesentliche Hürde im Weg, über die nicht einfach zu hopsen ist. Dabei kann man sich sehr schnell die Beine brechen. Und da ich absolut nicht der Mensch bin, der auf andere zu geht …

Wenn es der eigene Unwille ist, etwas am Leben zu ändern, dann sollte man sich auch nicht darüber beschweren. Chancen gibt es sicherlich und diese zu nutzen, gar erst einmal zu sehen, das kann nicht jeder. Aber immer nur jammern bringt auch nicht viel mehr. Wobei – der Kaffee ist schon wieder verdunstet. Wo sind die Bediensteten, diesen nachzufüllen? Verdammt …

Wichtig ist nur, sich nicht auf allgemeine Zwänge einzulassen, der klassische Weg von Familie über Karriere ist nicht in Stein gemeißelt – kein göttliches Gesetz. Wer sich der Gesellschaft verpflichtet fühlt, der soll sich auch nicht darüber beschweren. Amen.

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