Papiere sind geduldig

Sind sie. Sie warten das ganze Jahr, in dem sie gesammelt werden, darauf, für die jährliche steuerliche Abrechnung Verwendung zu finden. Nett von den Papieren. Nett wäre es vom Finanzamt, diese dann auch anzuerkennen.

Wenn man den ganzen Tag im Büro rumgeistert, kommt danach die ehrenvolle häusliche Pflicht, im ebenso häuslichen Büro die Kenntnisse und Fähigkeiten weiterhin erfolgreich umzusetzen. Tolles Ding. So bleibt der Prozess auch am Wochenende erhalten und die Synapsen können gar nicht auf die aberwitzige Idee kommen, irgendwie an Freizeit zu denken. Wo kämen wir denn hin, wenn es tatsächliche Freizeit gäbe. Ein Hoch auf die Bürokratie, die uns in den wenigen Stunden außerhalb der Arbeit noch die geistige Fortbildung in Sachen Abrechnung und Steuern bietet. In der Freizeit könnte man ja auch dümmliche Ideen kommen, z.b. Geld ausgeben oder sowas. Und das muss wirklich nicht sein. Freizeit wird sowieso überbewertet.

Dazu gehört ja auch immer eine ordentlichen Gewinn- und Verlustrechnung. Das erstere ist das, was man mal hätte haben können, aber nie hat und das zweitere, das, was man immer hat, aber nie wollte. Oder so ähnlich. Um das festzustellen, was ohnehin schon allgemein gültig ist und zum Wissen gehört, gehören Unmengen an Tabellen mit vielen Variablen, die unterm Strich immer ein negatives Vorzeichen präsentieren. Tadaaa! Oh, Danke, wusste ich schon, aber schön, es noch schwarz auf weiß zu lesen. Tolles Ding. Sehr erfreulich.

So geht es dann weiter, Zahlen würfeln, Papiere von A nach B, dann nach C und zurück zu A sortieren. Spannender kann ein Wochenende wirklich nicht sein. Mahlzeit!

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