Kein Titel und die Traditionen

Jeden verdammten Morgen beginnen Millionen von Menschen den Tag in der Hoffnung, etwas zu erreichen. Aber auch andere mit dem Zeil nichts zu tun. Versagen tun beide Gruppen. Jämmerlich. Tu dir was Gutes: tu dir nichts Gutes. Ein schönes Motto.

Versagen bei dem Versuch, etwas zu erreichen, das kann jeder. Es zuzugeben, die Wenigsten. Ich bin da ganz anders, ich versuche nur jeden Tag zu überleben, ohne größtmöglichen Schaden, gar ohne Schaden generell und tue dabei Gutes für Andere. Verdammt, dabei war das doch gar nicht das Ziel! Weder für mich, noch für Andere – und doch geschieht es immer wieder. Tue gutes und berichte darüber? Wozu? Erstens interessiert es sowieso keine Sau und zweitens kein Schwein. Und plötzlich ist da der Gedanke an ein schönes, fettiges Steak. Hinfort!

Berichten? Das kommt einer Prahlerei gleich. Sich still und heimlich darüber freuen, ein Held zu sein und niemand weiß es. Das ist die wahre Natur eines Helden. Amen.

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Es gibt ja bei vielen Leuten diese unsägliche Liste der 100 Dinge, die man einmal im Leben abhaken dürfen tun könnte. Auf meiner nicht vorhandenen ist jetzt ebenfalls ein Punkt abgehakt: Opfer einer Tradition zu werden, die man für sinnlos erachtet. Ok, der Punkt wurde schon mehr als zu oft erledigt, aber noch nie in dieser Form. Frauen, die mir an die Wäsche gehen wollten, um dieser zerstörerisch zu zerstören. Ok, nicht das Wunschdenken vieler Männer, sondern die traditionelle Form der Weiberfastnacht: Krawatten zerschnippeln. Davon einmal abgesehen, dass ich für solche karnevalistischen Traditionen nicht viel übrig habe, im Grunde rein gar nichts und sie ebenfalls für überholt und unnötig halte, war es doch eine völlig uninteressante Erfahrung.

Andere hätten das eher verdient. Aber es war – zum Glück – nicht meine eigene Lieblingskrawatte der farblich schwarzen ‚Schlichtheit. Geopfert wurde das Eigentum der Firma. Ich könnte das natürlich sinnbildlich anders deuten: Ich wurde von einer Jungfrau, nein, alten, Nudel, von dem Strick befreit, mit dem mich meine Sklavenhaltergesellschaft gefesselt hat. Und schon wird mir die Sache wieder sympatisch.

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