Lästereien

Ich habe schon lange nicht mehr über die Leute gelästert, die mir so tagtäglich begegnen. Wird echt mal wieder Zeit, vor allem, wenn einem nicht nur der modische, sondern auch der Gesichts-Fauxpas begegnet.

Ich behaupte ja nie, schön zu sein oder mich modisch und stilgerecht zu kleiden. Ein einfaches schwarz reiht ja aus für die Alltäglichkeit. Und warum sollte ich mich auf dem Ritt zur Sklaverei aufbrezeln, wenn ich dort dann auch in eine andere Haut schlüpfe und nach dem Sklavendasein nur noch den schnellstmöglichen Weg nach Hause bestreite. Kann nicht schnell genug gehen – beam me up, Scotty. Schade, geht noch nicht.

Doch was für modische Neurosen mir da auf diesem Ritt begegnen, das wird selbst mir zu bunt. Einfach, bitte gern, aber nicht einfach mit schick kombiniert. Wenn eine Glamour-Hose der Blickfang ist, dann bitte keine ausgelatschten Turnschuhe dazu und schon gar nicht den grünen Winterparka. Der Augenkrebs lässt grüßen. Man braucht ja nicht hinzusehen? Schon klar. Das ist wie beim Unfall. Ignorieren nicht möglich.

Auch die Individuen, die mit ihrem Handy die ganze Bahn unterhalten, sind nicht neu, ein alter, ausgelatschter Hut. Und der Drang, nachzufragen, wenn man etwas nicht verstanden hat, ist immer noch da. Da hilft nicht einmal die Beschallung mit dem eigenen Handy. Die müssen eine Lautstärke haben … Aber da ist ignorieren möglich, Hintergrundgeräusche kann man prima mit einem Buch ausblenden.

Ebenso nervig können die diversen Leiden von diversen Leuten sein. Ich kenne die kompletten Krankheitsgeschichten von mindestens vier Personen, wahrscheinlich noch besser als deren Arzt. Da könnte ich ja langsam mal meine eigene Arztserie schreiben: Dr. Markus, der Arzt, der Kranke kränker macht und Gesunde krank. Arztserien sind ja sowas von in, da kann ich bestimmt mein Wissen über mögliche und unmögliche Zusammenhänge gut an den Mann bringen, an die Frau ebenfalls. Schließlich habe ich die besten Lehrmeister in diesem Fach. Die Leute, die ihr komplettes Leben vor anderen ausbreiten müssen. Und an dieser Stelle beende ich meinen Bericht über mein Leiden: die Menschen, denen ich tagtäglich begegne … Amen.

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