Sammlung & Arbeit

Produktivität und Produktivität sind zwei Paar Schuhe. Es kann ein ganzer Tag geackert werden wie blöd, ohne dass auch nur wirklich etwas von dem Pensum geschafft wurde, was zu schaffen gewesen sein sollte. Kann äußerst frustrierend und/oder deprimierend sein.

Aber davon lassen wir uns ja nicht aufhalten. Der Tag ist rum, der nächste auch und der darauf auch. Das Bergfest der Woche ist gefeiert, die Arbeit liegt immer noch da. Und da kann sie bleiben, die hat ja immerhin die abscheuliche Angewohnheit, nicht wegzulaufen. Aber dafür kann man vor ihr weglaufen.

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Es wird mal wieder Zeit, sich des Messie-Gens zu wehren…

Die Menschen waren nun mal in ihrem Ursprung Jäger und Sammler und irgendwie hat sich diese Eigenschaft in einigen, gar in vielen Individuen dieser Spezies erhalten. Es wird aufgehoben und behalten, weil es doch irgendwie noch verwendet werden könnte. Ob es nun noch zwei oder zehn  Jahre und mehr im Keller vor sich hinvegetiert, es muss auf jeden Fall bleiben. Doch wenn sich der Bewegungsfreiraum auf nur ncoh wenige Quadratzentimeter dezimiert, weil erstens das laufende Fell alle Plätze in Beschlag nimmt und zweitens die Ergebnisse jahrelangen Hortens sich tummeln, dann sollte doch zwischendurch mal wieder darüber nachgedacht werden, was der Vergänglichkeit gespendet werden kann.

Es gab und gibt ja schlaue Leute – es gibt immer irgendwie schlaue Leute, die alles besser wissen – die die Faustregel aufgestellt haben: „… was ein Jahr im Keller liegt und nicht mehr angefasst wird, wird man sowieso niemals mehr brauchen.“ Mag ja an sich gar stimmen. Aber irgendwie hängt man doch an dem einen oder anderen stück der eigenen Geschichte. Der Keller ist ein Museum des eigenen Lebens in Kleinformat. Doch auch ein Museum platzt irgendwann aus allen Nähten.

Nein, ich will nicht – doch ich will. Nein, jetzt ist Schluss, es wird ausgeräumt. Punkt.

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2 Antworten zu Sammlung & Arbeit

  1. Maxx sagt:

    „was ein Jahr im Keller liegt und nicht mehr angefasst wird, wird man sowieso niemals mehr brauchen“ – Tja, hab ich früher auch oft gesagt und entsprechend gehandelt, bei jedem Umzug. Jetzt eher nicht mehr so radikal. Oft danach bereut, weil … na ja, was weg ist, ist weg.

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