Studieren & Mordgedanken

Ich hasse es, wenn Studenten meinen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, nur weil sie Wissen in ihren Kopf gequetscht bekommen, das sie nicht einmal verstehen. Klar, sie könnten mit Formeln kommen und Begriffen, das mir die Ohren schlackern – doch mein erworbenes Wissen dagegen ist real, basiert nicht auf Theorie, sondern Praxis.

Gelebte Praxis, mit all ihren guten und schlechten Seiten. Kein Wunder also, dass in der Bundesregierung viel zu viele Studierte sitzen, die vom „richtigen“ Leben eines Arbeiters nicht die leiseste Ahnung haben. Ich wollte nie studieren in Hinsicht der Definition, doch studiere ich mehr, als Studenten es je tun würden. Ich glaube, wenn ich in eine Uni marschieren würde, würde das gleiche passieren wie in einer Kirche: Man würde mich rausschmeißen. Doch damit kann ich leben. Sehr gut sogar.

Ich bin die gelebte Verbindung von Theorie und Praxis. Und die Theorie kommt in der Realität nie an. Funktioniert nie. Amen.

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Wenn sie die Zukunft so weiter entwickelt, wie sie sich derzeit entwickelt, dann will ich nicht weiter alt werden. Ein Kroatin, eine zugegeben wirklich liebe und nette Frau, die von Arbeit in der Wirtschaft eine Ahnung hat, die man noch suchen muss, als selbständig arbeitende Servicekraft zu verkaufen, das schaffen nur Zeitarbeitsunternehmen. Trotz intensiver Einweisung hat sie nicht einmal die Hälfte behalten, was zu tun ist. Davon einmal abgesehen, das „ihre“ Kaffeeküche schlimmer aussieht als eine Küche nach Stunden Kocherei bei mir, kommt die tatsächlich nach Feierabend in mein Büro und meint, sie hätte vergessen, die Kaffeemaschine vergessen zu reinigen, ob ich das nicht machen kann. WTF? Sind wir beim Wunschkonzert? Deutscher Idiot macht das schon?

Den Wutausbruch konnte ich unterdrücken, es war nur der Kugelschreiber,  der in meiner Hand zu Kleinholz wurde. Wir arbeiten mit 50%-Manpower und sollen Vertretungskräften noch die Arbeit abnehmen? Kochend, kurz vor dem Ausbruch des Supervulkans „Laune“ dank nicht mehr vorhandener Nerven – die Kaffeeküche nach ihrem Abgang inspiziert – ich weiß nicht, wie ich diese Kräfte im Zaum halten konnte. Übermenschlich, eine Explosion zu unterdrücken. Und werde heute dafür in aller Seelenruhe mit ihrem Chef telefonieren. Ganz ruhig, weil eine Nacht drüber geschlafen. Ohne Mordgedanken. Glaube ich. Ich glaube wirklich fest daran, ruhig zu bleiben… Der Glaube soll ja Berge versetzen können und diese Kraft brauche ich heute wirklich.

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Ein Kommentar zu Studieren & Mordgedanken

  1. Max sagt:

    🙂 Gute Entscheidung(en), in jeder Hinsicht …

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