Kino und Kopfkino

Die Sehne schnellt vor, der Pfeil macht sich auf den Weg, auf eine Reise, deren Dauer nicht gerade als lang zu bezeichnen wäre. Und trifft ins Ziel. Das Opfer sinkt theatralisch zu Boden. Halt Nein. Es fällt. Verdammt, bring ich wieder den Film im Kopf durch das Buch und den Film vor dem Kopf, auch durch das Buch, durcheinander. Das Opfer fällt, vom Pfeile tödlich getroffen, von der Empore und bleibt theatralisch und posierend liegen. Haltungsnote: vier minus. Im Film im Kopf klappte das viel besser. Noch mal bitte, das geht besser.

Der Unterschied zwischen Film und Buch ist immer wieder – und ganz wichtig – die eigene Phantasie. Bücher werden zum Film im eigenen Kopf. Und wehe im Film auf der Leinwand fehlt die persönlich wichtigste Szene. Das kann das ganze Erlebnis zunichte machen. Verdammt. Deswegen ist das eigene Kopfkino besser als jede Leinwand. Auch wenn sich der Film an der Vorlage orientiert, die auch das Kopfkino liefert, so ist das Ergebnis jedes Mal niederschmetternd. Kopfkino bleibt Kopfkino und Kino bleibt das Erlebnis für die Massen. Der eigene Film ist fast immer um Längen besser, weil persönlicher. Da bringt auch das 3D-Erlebnis nicht wirklich viel, das ja im Grunde mittendrin statt nur dabei verspricht. Nein, solche Filme erlebt man besser – allein.

luczniczka-904030_640Die Stimme links von mir plappert vor, die Stimme rechts von mir hält sich zurück und die Stimme im Kopf ist nur am meckern. Auch wenn die linke Stimme anscheinend die Gedankengänge der inneren Stimme durchaus nachvollziehen kann und den Kern des Thema trifft, so war doch just in time das ausgesprochene Wort absolut fehl am Platz. Tödlich getroffen kippt die Spannung wie das Opfer des Pfeils nur wenige Sekunden später. Wer hat nur diese Menschen in das Kino gelassen? Und, ach ja, typisch Frauen, können einfach ihre Klappe nicht halten. Zumindest im entscheidenden Moment nicht.

Bleibt nur das Fazit, in Zukunft wieder die Filme selbst zu drehen im Kopf, in Ruhe und allein. Ohne die lästigen Stimmen links und rechts und in dem Fall hält sich auch die Innere zurück. Hoffentlich. Meistens.

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Ein Kommentar zu Kino und Kopfkino

  1. Max sagt:

    Volle Zustimmung!

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