Alternativlos

Alternativlos ist nur der Tod, der Rest ist regelbar. Selbst das Wort alternativlos gab es gar nicht als solches bis dato und ist eine Neuschöpfung, um als Superlativ alles andere zu übertönen. Alternativlos ist allerdings – und das ist absolut persönlich – der morgendliche Kaffee.

Um die morgendliche Erkenntnis einmal offen zulegen, so unglaublich diese auch sein mag: müde hab. Jawohl. Wer hätte das wohl gedacht? Gefolgt von der nächsten Erkenntnis: Es ist viel zu früh für diese Tageszeit. Super, die grauen Zellen haben ihre Arbeit aufgenommen. Weniger super ist der Inhalt der letzten Erkenntnis. Zwar nicht alternativlos, aber da ist die innere Stimme, die innere Uhr genauso blöd gepolt wie eine bekannte, nennen wir sie mal Frau, die man öfters in der Glotze sieht.

So ein Wort kann sich schnell wie ein roter Faden durch den ganzen Tag ziehen, sobald es sich erst einmal festgesetzt hat. Und festsetzen in den Synapsen geht genau so schnell wie das festsetzen durch Beamte. Beides ist nicht alternativlos, aber trotzdem unnötig. Ja, unnötig ist auch so vieles, wie dieses morgendliche Gebabbel im Grunde, aber wenn tagein, tagaus das gleiche Gebabbel die grauen Zellen, Sinneshärchen in den Lauschlappen und Sehnerven malträtiert, was will man da noch anderes erwarten? Hiob jagt sich selbst mit seinen Botschaften, übertrifft sich stets aufs Neue und dann erwartet man tatsächlich sinnvolles. Von mir? Ausgerechnet von mir? Unmöglich – alternativlos nein.

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Zur zeit möchte man sich nur noch verkriechen. Irgendeine Höhle, fernab jeder Technik. Wenn es denn möglich wäre. Denn so, wie sich die Menschen ausbreiten, irgendein Idiot kommt sicher vorbei, findet mich und übergibt sich erst selbst und mich dann den Behörden. Das Spiel kennt man ja schon aus den nachgerichteten Meldungen. Die Felskugel ist für uns Menschen zu klein geworden. Wird Zeit, dass entweder ein Teil auswandert oder ein tolpatschiger Gott „versehentlich“ auf das Armageddon-Knöpfchen stößt. Mahlzeit.

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Ein Kommentar zu Alternativlos

  1. Ja, das Geschwurbel unserer Volkszertreter. Politische Korrektheit als Motor des „Newspeak“ – Neologismen als Euphemismen, damit keine Sau mehr versteht, was gemeint ist. „Präkariat“ z.B. als Bezeichnung der ehemaligen Unterschicht leitet sich vom lateinischen Adjektiv „praecarius“ ab, was bedeutet „durch Bitten, Betteln erworben“. Was ist denn nun politisch korrekter als Bettler?
    Gelegentlich lasse ich auch mal ein selbstgemachtes Ungetüm los wie beispielsweise „Pessimierung“ und freue mich, wenn ich es zum ersten Mal wiederhöre oder -lese…
    Schönen Tag und weiter so!

    Hein

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