Gedanken zur Zukunft

Warum vor der Zukunft fürchten? Für uns ist doch in der Zukunft in jedem Fall eines Fakt: Wir werden alle sterben. Manche früher, einige später. Manchen wünschen wir den Tod, doch mit welchem Recht? Mit dem gleichen Recht, mit dem andere uns den Tod wünschen? Vorsorgen für eine unbestimmte Zukunft? Warum? Warum soll ich für Jahrzehnte vorsorgen, wenn ich noch nicht einmal weiß, welche Überraschungen mir das Morgen bereit hält, geschweige denn vom Übermorgen…

Was wir auch planen, es kommt doch sowieso immer anders als gedacht, immer anders als gewollt und sowieso immer anders als geplant. Meine beiden Pläne mit dem entweder Berufsurlauber-Leben oder gemütlicher Millionärsfaulheit sind auch nicht aufgegangen. Schade aber auch. Da bleibt dann sowieso nur noch eines, sich ins Hier und Jetzt zurückzuziehen, aus den Fehlern in der Vergangenheit zu lernen, um sie morgen wieder zu machen. Und das beste aus den Tagen herauszuholen, die mir noch bleiben mögen, sofern die Götter es wollen.

Der Vorteil ist, wenn man keine Kinder hat, kann man die Zukunft getrost ignorieren. Man ist Niemanden gegenüber verantwortlich. Nur sich selbst und dem Gewissen. Und letzterem hatte ich eh schon vor langer Zeit einen Maulkorb verpasst. Immer dieses nervige Geplapper …

Man braucht ja nicht einmal ein Prophet oder Hellseher zu sein, um in die Zukunft zu schauen. Es reicht ein Blick in das hier und Jetzt, ohne Scheuklappen. Und was es da zu sehen gibt, sollte jedem Elternteil tiefste Sorgenfurchen in die Stirn treiben. Aber nein, weit gefehlt. Da mach ich mir unbedarft mehr Sorgen als jene, die es tun sollten, wenn sie ihre Gören wirklich lieben würden. Gut, wer im Kapitalismus aufgewachsen ist, der kann auch nur als Kapitalist denken, unfähig, über den Tellerrand zu blicken. Die Sorge um die Zukunft kann doch nicht sein, wie viel Geld das Kind als Erwachsener einmal erben kann. Was aus dem Ansatz geworden ist, sehen wir ja heute täglich an den versnobten Gören, die nicht einmal fähig sind zu den einfachsten Dingen, dafür aber alles haben. Was nutzt es einem Menschen, alles zu haben?

Die Herausforderung ist doch eher, nichts zu haben und daraus etwas zu machen. Das ist wahre Alchemie. Carpe Diem kommt nicht von ungefähr. Die großen und kleinen Philosophen der Vergangenheit hatten schon das Richtige erkannt. Nur der heutige Mensch in seinem Egoismus und seiner Gier schießt am Ziel vorbei, wendet und schießt wieder daran vorbei. Immer wieder. Dass er dabei nur noch im Kreis läuft, merkt er nicht, Hauptsache, es geht voran.

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An die Zukunft zu denken heißt für mich schon, an die zeit in zwei Stunden zu denken. Zeit, die ich für ein kleines Mahl für andere aufwenden werde. Ich hätte ja Nein sagen können, aber das sag ich wohl in den letzten Jahren zu oft. Und an anderen Stellen zu wenig. Ein Teufelskreis. An die Zukunft zu denken heißt wohl, demnächst mehr auf die Balance zwischen einem angebrachten Nein und einen nicht angebrachtem Nein zu achten. Da gibt es wohl Unterschiede, habe ich mir sagen lassen.

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