There and back again

Ich bin dann mal wieder hier. Also hier mit zu Hause. So da wo mein Bett stehen sollte und tatsächlich noch steht. Nun ja, Madame Nutte die I., Königin aller Schlampen und zockenden Katzen hat aufgepasst, dass ihre Mitschlafgelegenheit nicht die Beine in das Kissen nimmt und gen Sonnenuntergang reitet. Sonnenuntergang. Dazu kommen wir später noch …

QM2345 Meter Stahl und anderes Gerümpel, alles handlich verpackt und auf dem Wasser herum dümpelnd, dass war meine Unterkunft für 2 Nächte. Die anderen zwei Nächte, nein, darüber reden wir lieber nicht. Ich als gastronomisch erfahrener Ewig-Nörgelnder würde kein gutes Haar an diesen Schlafplätzen lassen. Weder am Service, noch am Bau direkt. Was soll’s, Namen wie Jury’s Inn London oder Novotel Antwerpen werde ich sicherlich nicht nennen, von denen man herzlich enttäuscht ist, nach dem man an Bord der QM2 schon verwöhnt wurde.

Dementsprechend unausgeschlafen geht es in die nächste Woche. 2500 Kilometer und mehr auf der Landstraße und anderen asphaltierten Wegen hinterlassen ihre Spuren im Sitzfleisch. Dieses müsste schon die ergonomische Form der Sitzgelegenheiten angenommen haben. Ebenso dürfte nun das Konto den einen oder anderen Hustenanfall bekommen, falls ich noch die nächsten Tage an nicht vorhandenes Geld möchte. Ganz elf Pfund (ein Pfund ca. 1,30 €) für eine Schachtel mit netten Bildern von verräucherten Organen drauf – da kommt selbst mir im Urlaub die Dagobert’sche Galle hoch und der schottische Geiz gleich mit. Dementsprechend ist der Entschluss schnell gefasst – die Engländer haben nicht nur alle einen an der Waffel und können zudem nicht kochen (zumindest nur geschmacksneutral), sondern können auch bleiben wo sie sind und behalten – ihr kleines Eiland da im Tümpel namens Nordsee.

Nichtsdestotrotz ist es durchaus ein Erlebnis, auf einem solchen Luxusliner eine Mini-Schnupper-Kreuzfahrt mitzumachen und sich durchaus, zumindest abendlich beim Dinner, verwöhnen zu lassen. Servicekräfte, die sich bei 3000 Passagieren nach nur einem Besuch die Vorlieben eines Gastes merken können: Holy fucking shit! Das war es allemal wert. Doch eines ist für mich sicher: die nächste Kreuzfahrt nur an Bord eines Frachters oder kleinen Segelschiffes. Wenn schon ein Deck bei Windstärke 6, das sind ca. 30 Knoten oder 56 kmh, also nicht einmal Sturm, geschlossen wird, wo bleibt denn da der Spaß? Dafür ist eines wirklich unbezahlbar:  ein Sonnenuntergang auf dem Meer. Bilder davon? Was? Ich vergeude die kostbare Zeit dieses Erlebnisses nicht damit, Bilder zu machen …

Begriffs-Erklärung:

Schnupperkreuzfahrt = Luxusliner, der nicht ausgebucht ist, nimmt „ärmere“ Passagiere ein paar Seemeilen mit, die sich eine solche Reise sonst niemals leisten könnten.
Knoten = Reisegeschwindigkeit eines Schiffes, wobei Geschwindigkeit durchaus ein weit dehnbarer Begriff ist.
Englische Küche = geschmacksneutrales Essen, damit man mehr vom Whisky hat
Nordsee = kleiner Tümpel am Rande des Atlantik, der ungefähr soviel mit einem Ozean zu tun hat wie ein Waschbecken mit einem Badesee.
Pfund = englische Währung, bei der man schneller Pfunde an Gewicht verliert weil man sparen muss, als Pfunde, die eine Währung darstellen sollen.

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