Geister der Vergangenheit

Oder die Geister, die ich rief? Nein, gerufen habe ich sie nicht, gefunden haben sie mich aber wohl. Ich habe es ja wohl selbst zugelassen, dass mich die Geister der Vergangenheit wieder finden. Finden lassen wollen, ich mich? Mitnichten. Von wollen kann gar keine Rede sein, aber was ich will, wird eh nie passieren, also passieren andere Dinge.

So zum Beispiel im Gesichtsbuch, in dem das eine oder andere Gesicht aus der Vergangenheit wieder auftaucht – als Geist der Vergangenheit. Gesdichter, die man schon längst vergessen hat und die sich wieder vermischt mit Erinnerungen in den Denkapparat einschleichen. Ausbrechen aus den Schachteln, die ganz weit hinten abgestellt waren, an die man gar nicht mehr zu gelangen dachte. Wie war das noch mit dem Denken? Denke nie gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken.

Es ist dabei nur die Frage, ob man zulässt, dass die Geister aus der Vergangenheit wieder zu lebendigen Personen, von Angesicht zu Angesicht und außerhalb des Gesichtsbuches werden. Dass muss erst noch mithilfe einer Flasche Met eruiert werden. Gespräche werden folgen mit der Flasche, mit der leeren Flasche und danach wieder mit einer vollen Flasche. So wie es sich gehört, wenn unwichtige Entscheidungen zu wichtigen werden und sorgsam abgewogen.

Es leben die Nichtigkeiten. Wenn es sonst nichts Wichtigeres gibt … Gibt es. nur die wichtigen Dinge, die kann ich nicht ändern oder will es nicht. Schließlich muss, kann, will oder darf man auch sich ein Stück der Allgemeinheit anpassen. Obwohl – Anpassung ist nie gut. Das ist ein Stück Selbstaufgabe und dem habe ich nun wahrlich abgeschworen.

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DSC_0262Vor einer gefühlten Ewigkeit, also einem halben Jahr, hatte ich mir auf einem MPS eine Corn Cob Pipe käuflich erworben, eine Maiskolben-Pfeife. Und habe es nun geschafft, dem Rat des Verkäufers Tribut zu zollen, diese mit Honig zu behandeln um sie dann einzurauchen. Heiliger Bimbam. Selbst für mich als mittlerweile nun langjährigen Pfeifenraucher eine völlig neue Erfahrung, das Ding hat es in sich. Durch den Honig sollte eine längere Haltbarkeit erreicht werden, wenn sie ordentlich eingebrannt ist. Doch Honig braucht ewig zum trocknen, Geduld, die ich nicht habe, hat mich getrieben, erstens Schachtelsätze zu bauen und zweitens, die Pfeife noch leicht Honig-feucht einzurauchen. Lecker süß, passt genau zum Met. Und vor allem hat sie einen Durchzug, der unerwartet stark war – hochroter Kopf in der Folge. Sah bestimmt genial aus …

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3 Kommentare zu Geister der Vergangenheit

  1. Max sagt:

    „Es ist dabei nur die Frage, ob man zulässt, dass die Geister aus der Vergangenheit wieder zu lebendigen Personen, von Angesicht zu Angesicht und außerhalb des Gesichtsbuches werden.“

    Gute Frage.

  2. Max sagt:

    Geile Pfeife. 🙂

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