Es lebt!

Halbwegs, spartanisch. In einem Zustand katatonischer Selbstaufopferung, wenn nicht die vielen Haare mit dem Lebewesen darin allmorgendlich und -abendlich die Notwendigkeit der lebendigen Anwesenheit fordern würden. Zwischendurch manifestiert sich immer öfter der Gedanke an …

Quatsch, nicht Selbstopferung mittels Suizid, das wäre ein Akt der Selbstaufgabe und für eine Kämpferseele absolut widerstrebend. Selbstmitleid – das ist schon aufgebraucht, kein Wunder, dass kein Mitleid mehr für andere übrig ist. Die können damit eh nichts anfangen, schließlich ist Selbstmitleid nur für einen selbst zuständig. Oder so.

Ich stelle fest, es wird wieder Zeit für Pfeffernüffe, um das Bett anständig voll zu krümeln und sich morgendlich über die Krümel zu ärgern, dass in einem Akt der Verzweiflung mal morgendlich 3:30 Uhr nicht nur das Bett neu bezogen wird, sondern die Nachbarn anständig via Waschmaschine geweckt werden. Solch ein Spaß sollte schon drin sein, um sich selbst daran zu erinnern, dass man noch lebt. Schließlich merkt man erst, dass man lebt, wenn sich jemand drüber ärgert …

Den Glauben an dich selbst,
lass dir von niemanden rauben.
Wenn du dir selbst nicht traust,,
wird niemand an dich glauben.
(vom weisen Volk, also Volksweisheit)

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Mit dem Allgemeinwissen ist es ja nicht mehr weit her. Dafür mit dem speziellen Wissen, welcher Star wann wo in welchem Film gespielt, welcher Heini auf der Bühne wann und wo einen Furz gelassen hat – doch dass die Klagemauer zum Judentum gehört, dass weiß kein Arsch mehr. Oder woher der Donnerstag seinen Namen hat, obwohl allein schon vom Namen es sehr naheliegend ist. Oder um es anders zu sagen: in perfektem Türkisch einen Döner bestellen können, aber in deutsch nicht einmal das Wort „Wissen“ buchstabieren … Aber was will man von einer sich auflösenden Gesellschaft erwarten? Geschweige denn davon, auch nur einen einzigen Satz fehlerfrei schreiben zu können. Sich auf den daraufhin angesprochen auf den Schlips getreten fühlen, weil eine man Rechtschreibschwäche hat, aber Justin Timberlake perfekt und flüssig buchstabieren können. Wenn es nicht einem Akt der Selbstgeißelung gleich käme, ich würde mit dem Kopf voran durch das ganze Haus rennen, also den kürzesten Weg durch die Wände …

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Ein Kommentar zu Es lebt!

  1. Angel-of-doom sagt:

    Man merkt erst, dass man lebt, wenn sich jemand darüber ärgert. ..
    In diesem Sinne, gehen wir unseren Mit“menschen“ weiterhin schön sorgfältig auf die Nüffe. 🙂

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