Frischluft

Es ist herrlich, im freien zu sitzen, einen Kaffee zu genießen und die eine oder andere Zigarette dazu, um nebenbei in die Tasten zu hauen und ein paar Gedanken abzulassen. Gedanken, die mich bewegen und die andere nicht bewegen.

Der Enge der eigenen vier Wände zu entkommen, dafür die Fußsohlen der blanken Füße schwarz zu färben auf dem Untergrund – draußen. Und einmal die mobilen Geräte zum schreiben zu nutzen anstatt immer die große Station in der Wohnung.

Scheiß drauf, ob Menschen mich dabei beobachten können oder nicht. Es ist mein Morgen, meine Freiheit und Rest der Menschheit kann mir (nicht nur) in diesem Moment an die Füße fassen oder es auch lassen. Meine Füße. Die fasst mir niemand an. Don’t touch me. Wie war das nochmal? Hier bin ich Mensch, hier kann ich sein. Natürlich kann ich hier sein, ich kann überall sein, wenn ich nur will. Und heute will ich.

Das Leben der letzten Wochen und Monate war grausam und hat mir übel mitgespielt. Mein Humor ist weg! Es gab mal eine Zeit, da hatte ich die Fähigkeit, Sätze in einen humorvollen Kontext zu setzen. Doch in der letzten Zeit gab es nur noch ernste Beiträge von mir. Keine Wortspielereien mehr, keine humorvollen Anwandlungen, keine dummen und schon gar nicht intelligenten Witze. Selbst mein sonstiges Faible, mich über andere zu amüsieren – ich habe gar keinen Grund dazu, nicht einmal den Wunsch. Und nein, es ist keine depressive Phase, eher eine nachdenkliche. Es ist trotzdem nicht viel anders als seit jener Zeit, zu der ich für mich beschlossen hatte, einen Bogen um viele Menschen zu machen.

Mir kann immer noch vieles gestohlen bleiben, doch einiges – das hätte ich gern wieder. Nur was es ist, kann ich nicht sagen. Ich glaube, ich brauche Urlaub. Urlaub von der Alltäglichkeit und damit sind nicht nur die wochenendlichen Aussetzer gemeint. Einen längeren Urlaub. Einen Urlaub vor mir selbst. Geht das, ist das möglich?

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2 Kommentare zu Frischluft

  1. SusalLila sagt:

    Wenn man ( Du ) Urlaub von sich selbst braucht, empfehle ich immer eine Portion LSD am Morgen. Kaffee gleich dazu. Da hast Du erstmal Ruhe. Es ist ja momentan schön warm überall, so dass Du Dich in den Garten setzen kannst und Dich in aller Ruhe freust, dass alles so schön bunt ist und Du nicht mehr Cowboy, sondern Budhist bist.
    Diesen Zustand kann man noch mit diversen biologischen oder synthetischen Stoffen verlängern oder verkürzen.
    Wenn das dann alles nicht hilft, geht man ins städtische Schwimmbad und hofft einen Stehplatz im Wellenbecken zu ergattern. Zugegeben, ist es sehr schwer einen Stehplatz im Wellenbecken zu verteidigen. Da entsteht schon wieder Urlaubsstress. Wenn die Generation “ Putziges Smartphone“ dann einreitet und sich wundert das die Dinger im Wasser immer nicht funktionieren, ist Deine Zeit gekommen die Schwimmflügel aufzupusten und denen zu sagen, daß ist ein Wellenbeckensmartphoneschoner. Sollten meine Sätze Dein Wohlbefinden noch tiefer drücken, dann drück die Mülltonnen Taste und schon…… ist der Mist weg.

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