Umzug, Folgen und Kaffeeentzug

Ein langer Tag, der gestrige. Obwohl heute eigentlich Sommersonnenwende ist. Doch auch wenn Kelten und Germanen den Mittsommer ausführlich und wild gefeiert hatten, wird es bei mir doch eher ruhig zugehen. Die Kerze in Vertretung für das große Feuer wird wohl brennen, das eine oder andere Glas Met wird den Verdauungstrakt erreichen – dabei wird es dann aber auch bleiben. Drei mal wird …

Erst einmal wird der Kreislauf mit Wasser wieder in Schwung gebracht. Natürlich mit Wasser, das gekocht, dunkel verfärbt und mit etwas Alkaloid aus der Gruppe der Xanthine sowie anderen Stoffen versetzt, wieder weiß gemacht und etwas gesüßt wird. Zu umständlich? Man nennt es allgemein hin Kaffee. Prost.

Der körperliche Zustand ist wider Erwarten gar nicht so desaströs heute morgen, nachdem der Tag gestern mit dem wundervollen schmerzenden Ischias geendet hat. Und ich hatte befürchtet, der würde mich heute weiter quälen wie auch die Muskeln – doch kaum. Die körperlichen Grenzen waren wohl doch noch nicht ganz erreicht. Gestern Abend jedoch schon, es ging gar nichts mehr. Welcher Teufel mich geritten hat, bei dem Umzug zu helfen weiß ich nicht, doch schließlich ist alles ein Geben und Nehmen: Ich gebe meine körperliche Kraft und nehme den Mantel. Man dankt. Doch eines noch: Ich lasse mich nicht für freundschaftliche Hilfen bezahlen – soweit kommt es noch. Lass mal den schnöden Schotter stecken, wenn etwas abfällt für mich, das ist mehr, als ich erwarte. Schließlich hab ich immer noch diese verfluchte soziale Ader – die will einfach nicht verkümmern. Mistding das.

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Ich hatte ja noch diese Schönheit im verdacht, diese stark am ganzen Körper beharrte, dass die immer meinen Kaffee aussäuft. Doch irgendwie scheint dieser doch nur zu verdunsten. Der Met übrigens auch. Scheint ein sommerliches Phänomen zu sein. Nur die Limonade bleibt stehen, warum auch immer. Muss am Geschmack liegen …

Lektion 1 des gestrigen Tages:

Umzüge werden grundsätzlich sowohl im Zeitmanagement als auch im Volumen unterschätzt. Viele glauben selber nicht, was sich so im Laufe des Jahres alles anhäuft.

Lektion 2:

Treppen sind und bleiben Bockmist. Die Schenkel fühlen sich an, als wären es Stämme 100jähriger Eichen.

Lektion 3:

Tetris spielen übt das Verständnis für ein ordentliches Verstauen im Umzugswagen. Mehr Tetris spielen – nein, bloss nicht, dann muss ich noch mehr helfen.

Lektion 4:

Das nächste Mal entweder ablehnen oder Grundbedingungen stellen: Kaffee, Wasser, Fresschen. Und vorher doch frühstücken, auch wenn es gegen die Gewohnheit ist. Mit leerem Magen auf Entzug zu schleppen ist Bockmist.

Lektion 5:

Vorher fragen, wie viele bei dem Umzug helfen. Wenn man außer dem Umziehenden der einzige belastbare Mensch ist – ablehnen. Für solche Dinge lohnt sich doch ein Freundeskreis.

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