Morgäääähn

„Magen an Hirn, Magen an Hirn, Koffein ist unterwegs.“ Keine Antwort. „Magen an Hirn, du dämliches Stück Synapsenbündel, vielleicht fängst du langsam mal an zu arbeiten? Hab dir schon Koffein und Zucker geschickt.“ Tiefes Schweigen in der Schädelhöhle.
„Magen an Hirn, ich übergebe gleich den Inhalt des Bechers dem nächstmöglichen Platz.“ So langsam kommt Leben in den Kopf. „Schnauze. Ich bin noch beim Booten. Wenn du ständig störst, dann dauert es noch länger. Sammle einfach weiter Koffein und halt die Fresse.“ Ungehalten die zickige Antwort des Synapsenbündels, während die Knoten sich neu verknüpfen. Schließlich müssen ja noch im Startmodus die bis dato kreisenden Gedanken gleich mit neu sortiert werden.

„Und zusätzlich quäkt da noch eine zweite menschliche Stimme im Hintergrund. Die auszublenden ist nicht ganz so einfach. Hirn an Ohr, bitte einmal auf Durchzug schalten. Solange bitte Funkstille bewahren. Danke und bis nachher.“

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Es ist nicht einfach,  morgens zu starten in einer ungewohnten Umgebung, in der der morgendliche Zombie-Modus nichts nützt. Selbst der obligatorische Lauf zum Porzellan zwecks Entleerung des Gebrauchtwasser-Sammelbeckens erfordert schon die Anwesenheit der Augen wegen ungewohnter Umgebung. Und wenn dann noch der gelbe Ball ungehindert seine quälenden Strahlen durch die vier Wände schießen kann. Tödlich für das morgendliche sonnige Gemüt.

Aber was quak ich rum. Hätte ja auch die Einladung ablehnen können. Dann wäre mir die bis dato einzigartige Erfahrung der Konfirmation erspart geblieben. Aber man will ja alles einmal mitmachen und zum jammern bleibt später auch noch Zeit. Zum Glück für den Pastor und die anderen Anwesenden gehe ich allerdings nicht in die Kirche. Wäre ja auch peinlich, nicht für mich, dafür für die Wahl-Familie, wenn die Predigt durch Lachanfälle oder das eine oder andere laute Räuspern gestört würde.

Lass ich mich also überraschen, was mich da so erwartet. Auf jeden Fall viel Familie. Also Menschen.

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