Und täglich murmelt das Grüßtier … II.

Man könnte ja wieder über das gleiche Dilemma wie jeden Montag schwafeln, von wegen Nachmittags einpennen, abends wach werden und ebenso dann rumliegen. Nö, muss nicht sein. Ich könnte ja auch nörgeln, wieso mein 600,- Euro Dekadenz-Wecker statt ordentlich rumzublöcken nur kurz summt – muss auch nicht sein. Ebenso könnte ich mich ja auch höflich für das telefonische Wecken bedanken, aber das würde ja nun Höflichkeit voraussetzen, nö!

verseuchtEbenso könnte ich mich dann ja auch stunden- und seitenlang über die minderwertige Qualität der medialen Auswüchse aufregen oder die generelle Dämlichkeit der Idioten auf der Strasse. Bringt alles nix. Hat doch eh keinen Sinn.

Natürlich wäre da noch die Möglichkeit, so richtig elendiglich zu jammern, wie ungerecht das Leben doch ist und wie unerträglich böse die Menschheit und das Leiden all derer, die unter der Bösartigkeit leiden. Leiden hier, Gejammer da. Ungerechtigkeit, Geldgier … blablabla. Ich könnte ja auch mal über die schönen Dinge des Lebens so morgendlich schwadronieren – hähh? Vergesst es, soviel Drogen kann ich gar nicht nehmen. Und schon gar nicht ohne mindestens 5 epischer Käffchen und unausgeschlafen? Doch welches Gedöns, welches Geraffel wäre es denn sonst wert, morgendlich in aller Ausführlichkeit beschrieben zu werden? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Nix! Ist ja auch klar, da liegt auch nix auf der Hand.

Nein, was so morgendlich durch meine Finger läuft sind Nettigkeiten der besonderen Art: Was für ein wunderschöner Morgen. Ich möchte singen, tanzen und meine Mitmenschen vor den Bus schubsen … Oder in altgewohnter Manier der selbstbemitleidenden Art: Vermutlich bin ich deshalb immer so müde, weil so viele Talente in mir schlummern … Deswegen bleibt zum Thema Morgen auch nur zu sagen: “Guten Morgen” ist umgezogen. Er lebt jetzt mit “guter Laune” und “schöner Tag” in einem Land vor unserer Zeit.

Als Ergebnis dieser Aneinanderreihung von Gedanken der eher unglücklichen Natur wird heute jeder, der mich mit „Guten Morgen“ beschimpft, von mir mit sämtlichen Schimpfwörtern, die ich auf lateinisch kenne, bedacht – in Gedanken natürlich. Glaubt bloß nicht, dass ich in dem Zustand mit irgendjemand rede. Tach auch!

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