góðan daginn – brjálæði

Guten Morgen Wahnsinn. Gut? Nene, nix gut da. Der Kaffee verdunstet. Was soll daran gut sein? Ohne Kaffee geht das nicht mit dem Gut. Und dann ist auf der Suche nach dem Gebräu noch ein unüberwindbares Hindernis im Weg: Die Teppichkante. Derjenige, der die Teppichkante erfunden hat ist genauso ein abgrundtief böses Individuum wie der, der die Treppen erfunden hat. Oder die Gelage. Da liegen nach dem Gelage die Zecher in waagerechter Lage – und was haben sie davon? Sie liegen nur rum. Und am nächsten Morgen liegt es ihnen quer, im Weg, die Teppichkante.

Wenn ich am Morgen ins Badezimmer gehe, wird mir klar, dass es nicht gut ist, Menschen nach ihrer äußeren Erscheinung zu beurteilen.“ – sagte schon Pavel Kosorin.

So bringe er mir Kaffee – laut brüllte der Ruf durch die Räume und kurz darauf wurde dem Absender klar, dass da niemand war, der diesen erhören konnte. Und der Weg zum Kaffee ist steinig, gepflastert mit Teppichkanten, die das nicht vorhandene gute Gefühl verschwinden lassen. Guten Morgen, auch schon wach? Ja. Drogen genommen? Nein. Das ist normaler morgendlicher Wahnsinn. Und was heißt schon dieses schon? Blanker Hohn!

18 Krallen, die gemütlich die Bettdecke kneten für die beste Position, um sich das zu holen, was dem Kaffeesüchtigen die letzte Nacht verwehrt blieb. 18 Krallen, die das Leben genießen – 18 Krallen, die keinen Kaffee holen. Und schon wieder muss der steinige Weg genommen werden, geschlurft. Teppichkante umrundet, der Morgen ist gerettet. Doch nicht, da lag ein Buch im Weg. Carrie lag da rum. Was hat die auf dem Weg zum Kaffeeglück zu suchen? Könnte nicht Carrie, statt da rumzuliegen, den Kaffee holen? Ach nein, Carrie kann sich nicht bewegen, ist bloß totes Kapital.

Morgendlicher Wahnsinn. Enthalten ist das Wort Sinn, doch den findet niemand darin. Und das ist auch gut so. Denn ist erst einmal der dritte Kaffee konsumiert, legt es sich und die Wörter werden klarer. Nicht Clara, klarer!
Und leise wird gebetet: Kaffee unser, der du bist in der Kanne und der Tasse. Schwarz deine Farbe, bitter der Geschmack. Bring mir den Verstand und den klaren Blick zurück. Mein täglich Koffein gib mir sofort. Die Sucht nach dir sei mein und erlöse mich von der Müdigkeit. Denn mein sei der Tag, voll Genuss und süßer Euphorie. Gut schluck!

Mit Logik, Menschenverstand oder Sachkenntnis ist der Dummheit meist nicht beizukommen; manchmal erfüllt konstruktiver Wahnsinn diesen Zweck besser. 
(Unbekannt)

 trennlinie

Für den Unfan, der ich bin, habe ich allerdings immer noch diese riesige Affinität zur Musik von Joachim Witt. Aber dazu gesagt, dass ich sowohl die Musik als auch den Mensch persönlich mag. Kein hirnloses Gesülze in seinen Texten, eine markante Stimme und einschlagende Beats, was will schon ich als Otto Einfach mehr? Es berührt, in der nicht vorhandenen Seele. Die Gänsehaut, die nicht jeder Sänger schafft.

Trotz alledem – ich werde keine Autogramme jagen, nicht jedem Konzert hinterherrennen, nicht heulend in der ersten Reihe niedersinken – falls ich jemals dort stehen sollte. Ich konsumiere einfach nur – die Musik. Das, was ich brauche, was mich berührt.

 

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