Und dienstäglich stinkt es zum Himmel

Es gibt Tage, da verliert man und es gibt Tage, da gewinnen die Anderen. Und dann gibt es noch die Tage, da verliert man und die Anderen gewinnen. Und dann gibt es noch Tage, da möchte man mit der Freundlichkeit in der Hand auf die Menschen zugehen. Es ist selten, dass ich dermaßen die Contenance vergesse, dass die Kollegen zusammenzucken und flüchten, weil ein lautes Brüllen durch die geheiligten Hallen hallt.

Gestrigerdings war so ein Tag. Und ich habe der vertretenden Hilfe auch nicht gesagt, dass er heute nicht wiederzukommen braucht. Das kann der Disponent tun. Manchmal kann ich auch Schwein sein, nun darf er Klamotten holen und seinen Stundenzettel – und zwar vor der Arbeit. Leute bei der Arbeit die Hufe besohlen können ist harter Tobak. Zudem noch Leute, die nicht zuhören und ständig die Hälfte vergessen – da kann man auch gleich mit der Wand reden und alles alleine erledigen. Die Wand ist wenigstens geduldig und hört zu.

2 Jahre habe ich nun schon diese Stelle und in diesen 2 Jahren habe ich meine reguläre Hilfe maximal ein paar Monate gesehen – weil ständig krank oder im Urlaub. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man nicht mehr kann und auch nicht mehr will. Und dann kommen die Politiker auf die Merkwürdigkeit, Rente mit 67. Zum lachen. Meine Hilfe ist 59 und fehlt jetzt schon mehr als die Hälfte des Jahres – eben weil der Körper das nicht mehr mit macht. Wenn man den ganzen Tag im Büro sitzt, bitte, bei unserer Bürokratie betrifft das sowieso die Mehrheit. Aber doch nicht in Berufen, in denen der Stressfaktor enorm ist und die körperliche Arbeit wegen mehr Kürzungen dank der Bürokraten sich verdoppelt. Gute Nacht Deutschland, das wird noch spaßig werden in den nächsten Jahren …

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