Morgens in aller Ruhe…

… sich einen Kaffee zu gönnen ist das Schönste an dem Morgen. Und wenn man dann die sinnlosen Sprüche im Fratzenbuch liest, kommt so gelegentlich die Lust, diesen noch Klang und Sinn zu verleihen. So las ich den zwar mit tieferem Sinn dahingeklatschten Spruch: Wunden können vielleicht heilen, aber Narben spürt man ein Leben lang. Toll. Hat zwar so ein Fünktchen Wahrheit drin, klingt aber nach einfach ausgeschissen. Wenn man sich dann aber nach ein, zwei Schlückchen Kaffee mit etwas Verstand und Hirn daran macht, kann man das so weit verdrehen, dass der Sinn noch der Gleiche, aber diesmal mit Klang, Reim und Gleichmäßigkeit ein netter Spruch für die Nachwelt dabei rauskommt:

Wunden können schnell verheilen,
während Narben – meist lang verweilen.

Klingt doch viel besser, oder? Verdammt, ich hab echt zuviel Goethe und Schiller gelesen. Aber daran merkt man immer wieder, dass die Kleingeistigen zwar den Sinn ihrer Worte erfassen beim verfassen, aber nicht in der Lage sind, ihnen Klang und Würde zu geben. Und so lesen sich dann sämtliche Einträge in diversen Foren oder Blogs. Manchmal möchte man mit dem Duden oder anderen, die deutsche Sprache erklärenden Büchern, auf die Leute einprügeln. Englische Liedtexte können sie alle übersetzen, aber die eigene Sprache verstehen und sinngemäß nutzen, da setzt es meist aus. Das Hirn. Also die 3 Zellen da oben im Schädel…

Ich will ja damit nicht sagen, dass ich mich jetzt für einen großen Poeten halte, aber immerhin für so belesen und (nicht nur ein-)gebildet, dass ich einzelne Wörter sinngemäß so durcheinander wirbeln kann, dass der Sinn noch erhalten bleibt, aber der Satzbau dann entsprechend auch noch nach etwas aussieht. Mit etwas Mehr von Mehr, gewürzt mit ein wenig Mehr, damit es nach Mehr aussieht. Mahlzeit!

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