Home sweet Home

Es tut so gut zu Haus zu sein. My Home is my Castle. Die eigenen 4 Wände, da fühlt man sich wohl. Man kann relativ tun und lassen was man will. Und endlich, endlich wieder vernünftige Musik hören. Krankenhäuser sind sowas wie Friedhöfe, nur das die Insassen dort noch nicht ganz tot sind. Aber sich die Leiden der Leidenden den ganzen Tag anzusehen, nein danke. Muss nicht sein. Meist ziehe ich ja große Bögen um solche Gebäude, schon aus jenem Grund. Und diese Ruhe dort – Musik tut der Seele gut, warum kann man da einfach keine Musik hören? Den ganzen Tag nur diese Stille, Ächzen, Stöhnen und Schreie. Ja – Schreie. Erstmal eine Runde Subway to Sally und schon geht es besser. Etwas zumindest.

Aber immerhin war es zwar keine Premiere, aber mein erster längerer bewusster Aufenhalt (die Kindheit unter 2 zuähle ich da nicht mit). 3 Nächte am Stück – und jetzt reicht es auch. Besuche in diesen Horten des Leidens waren schon immer grauenvoll. Als Insasse für Meineneiner unerträglich. Und ein kleines Fazit in 7 Punkten gibt es auch gleich dazu:

  1. Bei Leiden nicht selbst hinfahren, sondern vom Notruf abholen lassen. Ganz dummer Fehler, nie wieder. Als Patient mit dem Leichenwagen gebracht zu werden, ähm, Krankenwagen, da hat man ein paar mehr Vorteile.
  2. Immer einen sauberen Bademantel und Hauslatschen griffbereit zu Hause stehen haben. Mit Dockers und im weißen Plüschbademantel fällt man voll auf …
  3. Der schlechte Ruf des Kaffees im Krankenhaus ist völlig rechtens. Aber nach Tagen Abstinenz ist das einen auch völlig egal, da nimmt man was man kriegen kann.
  4. Nette Pflegekräfte gibt es, dumme Witze sind auch erlaubt. Paßt. Aber nörgelnde Bettnachbarn sind Horror. Schon, wenn es berufliche Kollegen sind.
  5. Baustellen im und am Krankenhaus sind eine willkommene Abwechslung als Geräuschkulisse. Vergessene Fernseher ebenfalls. Also Leihfernseher die aus unerfindlichen Gründen von Bettnachbar zu Bettnachbar weitergegeben werden. Dass das Gerät auch niemand vermisst ist äußerst faszinierend.
  6. Schonkost schmeckt aus unerfindlichen Gründen im Stadiums des Ausgehungertseins fantastisch. Lieber trocken Brot und Wasser als gar nix. Mal so als Denkzettel an unsere Wohlstandsgesellschaft.
  7. Das Fernsehprogramm ist absolute Kacke. Ich hoffe nur das der Konsum von 12 Stunden Fernsehprogramm, darunter Frühstücksfernsehen und Dedektivdokus keine bleibenden Schäden hinterlassen hat. Aber Langeweile ist halt grausam und da ich noch keine Bücher auf das Tablet geladen hatte …

Und der erste Kaffee zu Hause ist eine Wohltat. Faszinierenderweise hat sich auch der schmerzende Ischias verabschiedet. Oder die anderen Schmerzen überlagern das. Aber bitte, bitte nicht so schnell wieder da hin. Bin auch ganz brav. Oder so. Wer’s glaubt …

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