Was hat mich geprägt?

Es gab vor langer Zeit ein Zitat aus einem Buch, dass mich dermaßen beeindruckt hat, dass es mich auch geprägt hat, in meiner Einstellung zum Leben, zum Menschen. Das Buch ist im Grunde nichts anderes als Massenware, ein Buch zum Film, dass mich im Grunde auch nie sonderlich interessiert hat. Ja, ich hab es nicht einmal für nötig befunden, es käuflich zu erwerben. Nein, ich hab es gefunden, in einer Abriss Ruine und dennoch gelesen. Damals schon, als junger Spund, der sich in alten Abrisshäusern rum getrieben hat. So sass ich denn, allein in der Ruine und habe im restlichen Tageslicht jene Sätze gelesen, die mich zutiefst beeindruckt haben aus Michael Crichton’s „Jurassic Park“:

Unsere Erde ist 4,5 Milliarden Jahre alt. Und ebenso lange gibt es Leben darauf. Vor 3,8 Milliarden Jahren die ersten Bakterien. Und später die ersten Mehrzeller, die ersten komplexen Lebewesen im Wasser und auf dem Land. Dann die großartigen, stürmischen Zeitalter der Tiere, der Amphibien, der Dinosaurier, der Säugetiere, jedes Millionen von Jahren lang. Große Dynastien von Lebewesen entstanden, breiteten sich aus und verschwanden wieder. Und das alles passierte vor einem Hintergrund beständiger und gewaltiger Umwälzungen, Gebirge wurden aufgeworfen und erodierten wieder. Kometen schlugen auf die Erde ein, Vulkane brachen aus, Ozeane stiegen und fielen. Ein endloser, beständiger und unglaublich gewaltsamer Wandel. Das merkt man auch heute noch. Der Himalaya zum Beispiel ist das Resultat des Zusammenstoßes zweier riesiger Kontinentalplatten, wodurch diese größte Erhebung unserer Erde über Jahrmillionen hinweg in die Höhe getrieben wurde. Der Planet hat das alles überlebt. Und uns wird er mit Sicherheit auch überleben.

Nehmen wir an, es ist wirklich ein atomarer Unfall, alle Pflanzen und Tiere sterben, und auf einem Großteil des Planeten ist es 100.000 Jahre siedend heiß. Irgendwo wird das Leben überleben, vielleicht im Boden oder im arktischen Eis. Und wenn der Planet nicht länger unbewohnbar ist, wird das Leben wieder wachsen und Gedeihen. Der Evolutionsprozess wird von neuem beginnen. Die Erde wird unsere Torheit überleben. Das Leben wird unsere Torheit überleben. Nur wir glauben, dass es das nicht tut.

Das Leben auf der Erde kann für sich selber sorgen. Für menschlichen Begriffe sind 100 Jahre eine lange Zeit. Vor 100 Jahren hatten wir noch keine Autos und Flugzeuge und Computer und Impfstoffe. Es war eine andere Welt. Aber für die Erde sind 100 Jahre gar nichts. Eine Million Jahre ist gar nichts. Dieser Planet atmet und lebt in einem anderen Maßstab. Wir können uns seine langsamen und mächtigen Rhytmen nicht vorstellen, und wir haben nicht die Demut, es zu versuchen. Wir wohnen nur einen Lidschlag auf der Erde. Falls wir morgen verschwunden sind, wird sie uns keine Träne nachweinen.

Über eins müssen wir uns klar sein. Der Planet ist nicht in Gefahr. Wir sind in Gefahr. Wir haben nicht die Macht, den Planeten zu zerstören – oder ihn zu retten. Aber vielleicht haben wir die Macht, uns zu retten.

(fiktive Figur des Prof. Ian Malcolm aus „Jurassic Park“ von Michael Crichton)

Dieser Text hat bisher alle Umzüge überlebt, eingerahmt und für meine kleine Ewigkeit festgehalten. Mein Leitmotto – wobei der letzte Absatz der Wichtigste ist. Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass das Experiment Menschheit, von der Evolution, vom Leben – nicht von Gott erschaffen – völlig fehlgeschlagen ist. Beweise für die Unrichtigkeit meiner logischen Annahme nehme ich selbstverständlich entgegen. Mahlzeit!

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