Tod, na und? Und ein Danke wäre auch mal angebracht…

Auch wenn ich wieder für fies, pietätlos oder sonstwas gehalten werde, aber irgendwie geht mir der Tod eines Menschen, den ich nicht kenne trotzdem am Arsch vorbei. Irgendein berühmter Schauspieler ist gestorben, na und? Soll ich jetzt extra in Tränen ausbrechen für einen Menschen, den ich nicht kenne? Tagtäglich sterben Tausende und Abertausende Menschen, warum wird um die nicht ein solch Hype gemacht? Jeder Mensch ist in seinem Leben und erst recht im Tod gleichwertig. Ob nun Schauspieler, Sänger oder Klofrau – sterben müssen wir alle einmal. Nur eines ist gewiss – und das ist der Tod. Für jeden. Und auch wenn der bereits erwähnte Mensch eine Person im Rampenlicht war, so zerfällt er auch nur zu Staub wie wir alle.

Dass jedes Mal ein Riesen-Aufschrei erfolgt, wenn ein berühmter Mensch gestorben ist, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Ich bin dafür, dass jedes Mal, wenn ein solcher Aufschrei durch die Massen geht, ein eben solcher Aufschrei auch für Kriegsopfer XY erfolgt, für das verhungerte Kind in Afrika, für das Opfer des letzten Selbstmordattentates in Nahost. Nicht nur in Fratzenbuch, nein, natürlich in der Presse, in sämtlichen möglichen und unmöglichen privaten Blogs und Foren wird der Tod dieses einen Mensch wieder aus- ge- und zerkaut. Leute, wann begreift ihr, dass der Tod zum Leben gehört. Und auch wenn der Mensch berühmt war, er war immer noch – ein Mensch. Nicht mehr. Ihr habt genug zu trauern, wenn enge Freunde oder Familienangehörige abkratzen, aber bitte lasst mich mit irgendwelchen Schauspielern in Ruhe, was auch immer sie geleistet haben mögen.

Hier liegen meine Gebeine,
ich wünschte, es wären Deine.
(Grabinschrift, unbekannt)

* * *

MoonVom Tod nun zu den Lebenden. Was bei Festivals immer gern vergessen wird. Es wird den Musikern und Veranstaltern gedankt – aber wer denkt an die Leute im Hintergrund? Die, die die ganze Buckelei haben? Die Fahrer, die die Dixie-Klos reinigen, die Leute an den einzelnen Servicestationen? Die Techniker, Bühnenarbeiter, Catering … ? Kaum jemand ahnt, welch Masse von Mitarbeitern nötig ist und was diese leisten müssen. Als jemand, der selbst bei solchen Veranstaltungen im Hintergrund arbeitet/gearbeitet hat, weiß ich, dass solch ein Dankeschön extrem aufbauen kann, wenn es von einem Gast kommt. Von daher gab es von mir auch ein schriftliches Dankeschön an das gesamte Team, von bis. Irgendwie vermisse ich solch kleine Gesten in der heutigen Zeit …

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