Omnia tempus

Alles hat seine Zeit, so heißt es wörtlich übersetzt. Nur hat man manchmal einfach keine Zeit, um darüber nachzudenken, ob man noch Zeit hat. Kommt Zeit, kommt Rat. Oder auch nicht. Guter Rat ist teuer. Teuer an Zeit. Das Rad der Zeit zurückdrehen? Nein danke. Aber ein kleiner Ausflug in der Vergangenheit, um den eigenen Ich an gewissen Zeitpunkten mal in den Arsch zu treten, das hätte was für sich. Ganz kommentarlos, den später weiß man ja warum. So ein Tritt wäre dann zeitlos.

Manchmal möchte man nur einfach Nutte sein, das Leben nehmen wie es kommt und das Glück haben, einen ordentlichen Dosenöffner zu bekommen. Apropos Nutte, Madame ist sehr rücksichtsvoll. Bei diesem Wetter, wo so ein wärmenden Fell der pure Horror ist, hält sich eben dieses fellige Plüschding zurück mit dem Kuscheln nachts im Bett. Sehr taktvoll – der Schweiß läuft ja so schon in Strömen, selbst nachts, im absoluten Ruhezustand.

Apropos Ruhezustand. Wieso kommen zu diesem Zeitpunkt immer diese Fressattacken? Wer hat den Scheiß bloß erfunden? Da gibt man sich Mühe zeitig ins Bett zu schlüpfen und liegt solange wach, bis man sich diverse Dinge in den Rachen stopft und irgendwann, nach diversen andren Dingen und dem Nutellabrot zum Abschluss dann befriedigt einpennt. Stunden später natürlich. Nach eine Runde sich selbst und nach einer weiteren Runde Gedanken wälzen. Wobei das selbst-wälzen ja überwiegt. Oder? Der Klassiker, Verdrängung. Und Vergessen. Bitte noch einmal die Zeit zurückdrehen, damit ich die Gedanken vorm Einschlafen noch einmal durchlaufen kann.

Apropos Essen. So ein Spaziergang nach einem ausgiebigem Mahl hat etwas für sich. Nicht umsonst ist das so eine Sitte aus vergangenen Tagen, eher Jahren. Musste ich nach dem Grillabend am Wochenende so feststellen. Eine Runde laufen um die Knochen, die beim sitzen so einrasten, wieder in die normale Stellung zu schieben. Hat was, muss aber auch nicht immer sein. Denn irgendwo da ist ja noch der persönliche Schweinehund namens Faulheit, der die malträtierten Knochen im Ruhezustand halten will. Und solche Gedanken macht man sich, bevor man zur Arbeit latschen muss. Na Mahlzeit.

 

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