Hin und wieder zurück …

… die Geschichte eines Exilanten. Herr der Dinge neu verföhnt. Ach lassen wir das lieber mal. Nein, selten bin ich so froh, wieder die eigenen 4 Wände zu sehen, auch wenn es schon erholsame 4 Tage waren. Aber die letzte Stunde im Zug war grausam, unerträglich…

Jedes Mal, wenn ich in die Gegend meiner Jugend fahre – nein, ich bezeichne es nicht als Heimat – kommen die sonst so erfolgreich verdrängten Erinnerungen wieder hoch. Die erste Freundin, da hatte ich mit ihr gefeiert, die Kaserne meines Erzeugers, der jetzt sabbernd im Heim liegt, unsere alte Wohnung. Ok, ab damit auf das virtuelle Papier und dann wieder vergessen. Morgen ist Stammtisch, und was eignet sich da besser als die Gesellschaft. Aber einen Absatz zur alten Jugendzeit, bzw. zur Modernisierung der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, muss ich dennoch mal im Blog loswerden.

Eine kleine Anekdote zur Reise folgt auch noch, aber erst einmal ist akklimatisieren angesagt. Den eigenen Kaffee, Nutte, die vor Freude durchdreht und sich gar nicht mehr einbekommt. Schändlicher Dosenöffner, die Königin so lange alleine zu lassen. Wenn sie wüsste, das noch einmal ein paar Tage solcher egoistischer Umtriebe des Futtergebers folgen.

Und endlich wieder Musik genießen, die man selber mag – dieses Schlagergeduddel aus dem Radio raubt einem wirklich alle Nerven. Aber der lieben Verwandschaft zuliebe hält man sich zurück, reißt sich am Riemen. Und ja, auch der PC hat mir gefehlt – das zeigt wieder einmal, wie Internet-süchtig man selbst ist. Und dabei festgestellt, dass es kaum noch alltägliche Geräte gibt, die kein Internet benötigen.

Der neue Fernseher für Großmutter, tolles Ding. Viel moderner und mit mehr Spielereien als meiner, der schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Aber wozu braucht die alte Dame das? Sie will doch nur ihre Sucht-Serien gucken (übel, wirklich übel) und diese ggf. aufnehmen. Und sehen können. Die Wege dahin – ja, da musste ich selbst erst einmal üben. Richtet mal einen neuen Flachbildschirm ein – ohne Internet. Grausam. Das ist ja Handarbeit pur, in der Zeit hab ich 3 Websites gebastelt…

Und regelmäßige Mahlzeiten, zu „normalen“ Tageszeiten. 8 Uhr Frühstück, 12 Uhr Mittag, 15 uhr Kaffee, 18 Uhr Abendessen – danach Wein. Sowas kenne ich doch in meinem verkorksten Leben gar nicht.

Und Muddääärns und mein „Familienfluch“ hat auch wieder richtig zugeschlagen. Busfahrt: Mütter mit Kinderwagen und nervenden, quäkenden Gören. Bahn: Rentnerverein Sonnenschein mit vielen kleinen Schnäpschen. Jawohl ja – je oller, desto doller. Und am besten den kompletten Bahnsteig unterhalten und meine Musik über Stöpsel übertönen (was an sich schon bewundernswert ist, bei der Lautstärke) . Das sind so Momente, in denen man mit (Achtung: Nicht-mehr Insider) der Freundlichkeit auf die Menschen zustürmen möchte. Mist, wieder nicht dabei gehabt.

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